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Herbstversammlung 2018 der regionalen Bienenzüchtervereine

Herbstversammlung 2018 der regionalen Bienenzüchtervereine

Biene - Produkte - Apitherapie

Oliver Egeter (Eg)

Eiken. Die diesjährige gemeinsame Herbstversammlung der Bienenzüchtervereine Rheinfelden, Fricktal und Laufenburg stand ganz im Zeichen der WUNDER-vollen Bienenprodukte und ihrer vielfältigen wohltuenden Anwendungen.

Vor vollem Haus begrüsste Präsidentin Brigitte Denk vom Bienenzüchterverein Rheinfelden als Referenten Herrn Dr. Peter Gallmann, Lebensmittelwissenschaftler und ehemaliger Leiter des Zentrums für Bienenforschung.

Geschichtlich belegt

Schon im Altertum wurde Honig als heilsames Mittel geschätzt, berichtete Peter Gallmann eingangs. So gibt es 4000 Jahre alte schriftliche Aufzeichnungen der Sumerer über Honiganwendungen. Auch Hippokrates, berühmtester Arzt des Altertums und Begründer der europäischen Medizin, setzte Honig ein, um Krankheiten zu kurieren.

Viele wohltuende Wirkungen

Im Mund löst Honig ein Feuerwerk von wohltuenden Geschmacksempfindungen aus. Schleimhaut und Zähne profitieren zudem von seiner antibakteriellen Wirkung. Im Magen wirkt Honig gegen Helicobacter pylori-Bakterien, die Magengeschwüre auslösen können. Durch die präbiotische Wirkung von Honig wird zudem die Zusammensetzung der Darmflora positiv beeinflusst und dadurch das menschliche Verdauungsorgan unterstützt. Medizinischen Honig, der sterilisiert wurde, kann man als Wundauflagen verwenden und so seine antiseptische Wirkung nutzen.

SCHÖN macht Honig auch noch

Als Inhaltsstoff in Cremes und Duschbädern wird Honig gerne angewendet, wenn es um geschmeidige Haut und seidige Haare geht. Durch seine anti-oxidative Wirkung kann Honig auch alterungsbedingte Zelldefekte lindern (Anti-Aging).

Haben SIE, verehrter Leser, schon einmal eine Honig-Massage genossen? Wertvolle Honig-Inhaltstoffe, wie Vitamine, Mineralstoffe und Enzyme werden dabei über die Haut dem Körper zugänglich gemacht und können entschlackend und regenerierend wirken.

Und wie geht das?

Peter Gallmann erläuterte: Pflanzeninhaltsstoffe werden von den Bienen mit eigenen Sekreten vermischt, im Honig verarbeitet oder auch zu Propolis, Bienengift und Gelée Royal. Diese Mischungen entfalten dann beispielsweise über Osmose, Säurebildung, Enzyme und chemische Mechanismen ihre WUNDER-vollen Wirkungen.

Eine runde Sache

Dieser Abend fand einen gelungenen Abschluss in angeregten Diskussionen zwischen den Bienenzüchtern und dem Referenten nach dem Vortrag.

Geneigten Lesern und Interessenten der Imkerei sei die Webseite des Aargauer Bienenzüchterverbandes empfohlen für Informationen der Sektionen und zu ihren Weiterbildungsprogrammen: http://www.bienen-ag.ch/

 

Foto: Brigitte Denk überreicht zum Dank für einen gelungenen Vortragsabend an Dr. Peter
Gallmann einen Geschenkkorb mit regionalen Spezialitäten.

 

Vereinsausflug zum Spittelhof nach Biel-Benken 2018

Oliver Egeter

Am sonnigen Samstagnachmittag, dem 26.05.18, erwarteten uns Imkerkollege Lorenz Hostettler und Raphael Giossi vom Bienengesundheitsdienst als Gastgeber auf dem Spittelhof bei Biel-Benken, um am Beispiel des dortigen Bienenstands unser Jahresthema «Hygiene und Sauberkeit im Bienenhaus» zu vertiefen.

Der Spittelhof gehört zum Bürgerspital Basel und bietet Arbeits- und Wohnplätze für Menschen mit einer psychischen und/oder geistigen Beeinträchtigung. Es werden Kleintiere - unter anderem Bienen - gehalten und es gibt einen grossen Obst- und Gemüsegarten.

Lorenz Hostettler (links im Bild) hat vor einiger Zeit den alten Bienenstand saniert und bewirtschaftet ihn heute sehr engagiert biologisch mit Unterstützung der Bewohner vom Spittelhof.

Das Bienenhaus machte nicht nur von aussen sondern auch im Inneren einen tollen Eindruck auf uns. Lorenz erklärte uns seine Betriebsweise und Raphael stieg an diesem Beispiel in die konstruktive Diskussion ein, was man an seiner eigenen Betriebsweise hygienetechnisch noch optimieren könnte.

Zum Beispiel Bienenbesen: Dass es ihn benötigt steht ausser Zweifel, die Frage ist jedoch, wie viele? Raphael (im Bild) empfahl mindestens einen pro Bienenstand und der sollte regelmässig gewechselt werden!

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Interessierten sei hiermit auch das Merkblatt auf der Webseite bienen.ch zum Thema Hygiene empfohlen: http://www.bienen.ch/fileadmin/user_upload_relaunch/Dokumente/Bienengesundheit/Merkblaetter/4.1_hygiene_umgang_bienen.pdf

Auf Bänken unter der Hofkastanie bei hofeigenem Holundersirup liessen wir den spannenden Nachmittag bei angeregten Gesprächen ausklingen. Als kleines Dankeschön für die Gastlichkeit und für die ausgezeichnete Diskussionsführung überreichte Brigitte Denk den Gastgebern Lorenz Hostettler und Raphael Giossi bienenfreundliche Stauden vom Eulenhof in Möhlin.

Als kleiner Wermutstropfen bleibt zu erwähnen, dass leider nur 12 Vereinsmitglieder den Weg nach Biel-Benken gefunden haben, um an der lohnenswerten Präsentation teilzunehmen. Wir vom Vorstand hoffen, dass wir bei den kommenden Veranstaltungen in diesem Sommer wieder mehr Imker aus unserem Verein begrüssen dürfen.

VDRB-Delegiertenversammlung und Badischer Imkertag 2018

Brigitte Denk, Oliver Egeter

Zwei interessante Imkertreffen fanden am Samstag, dem 21. April 2018 statt. Zum einen war da die 140. VDRB-Delegiertenversammlung in Schwyz, zu der sich Brigitte und Reto auf den Weg machten. In Stockach am Bodensee fand der Badische Imkertag statt, an welchem Oliver teilnahm.

Gerne möchten wir Euch hier über die Höhepunkte der beiden Veranstaltungen informieren.

140. VDRB-Delegiertenversammlung (Brigitte)

Schwyz präsentierte sich bei schönstem Wetter und bereitete den ca. 250 Teilnehmenden einen herzlichen Empfang (Foto 1). Zentralpräsident Matthias Götti Limacher begrüsste nach seinem ersten Jahr der Präsidentschaft 201 stimmberechtigte Ehrenmitglieder und Mitglieder. Dazu viele weitere Gäste aus anderen Imkervereinigungen - und Verbänden sowie aus der Forschung und der Politik.

Er führte souverän durch das Programm und die Traktanden und sämtliche Geschäfte wurden mit grosser Mehrheit, bzw. einstimmig angenommen. Die Rechnung 2017 und das Budget 2018 schliessen jeweils mit einem Minus - der Verband investiert vor allem in die Aus- und Weiterbildung. Bei der Statutenänderung gab es eine Diskussion: ein Imker aus Disentis beantragte, beim neuen Namen: "BienenSchweiz" den Zusatz "AviulsSvizra" anzubringen.

Der grösste Teil der Delegierten votiert jedoch gegen diesen Antrag. Und somit wurde auch die Statutenänderung mit grosser Mehrheit angenommen. Neu wird durch die Statutenänderung auch die Mitgliedschaft im Verband angepasst: der einzelne Imker, die einzelne Imkerin ist Mitglied im Kantonalverband und dieser ist Mitglied im VDRB. Weiterhin wurden die Statuten entschlackt und die interne Organisation wird neu durch Regelmente organisiert.

Bei den Wahlen wurde Silvio Streiff neu in den Zentralvorstand gewählt.

Und der abtretende René Zumsteg wurde für seinen langjährigen Einsatz - unter anderem war er für die apistischen Beobachtungen in der Bienenzeitung zuständig - zum Ehrenmitglied ernannt. Ebenfalls wurde Werner Kämpfer für seine Tätigkeit im Ressort Honig geehrt.

Ausserdem wurden die Daten der nächsten beiden Delegiertenversammlungen bekannt-gegeben:

2019 findet eine eintägige DV am Samstag 6. April in Flawil statt. Und 2020 wird eine zweitägige DV in Grindelwald stattfinden.

Nach verschiedenen Grussworten von Gästen - Anja Ebner vom BGD wies auf vier neue Merkblätter hin - schloss Matthias Götti Limacher die DV um 12.15 Uhr.

Nach einem feinen Mittagessen erfolgte am Nachmittag eine Information zum 90. Kongress deutschsprachiger Imker, der vom 27.-29. September 2018 in Amriswil stattfindet.

An diesem Anlass werden die ersten Absolventinnen des Schweizer Weiterbildungslehrgangs "Imker/-in mit eidgenössischem Fachausweis" diplomiert. Weiterhin hat es eine Fachausstellung und viele hochkarätige Fach-Referentinnen und -Referenten. Detailprogramm und Eintrittskarten bekommt man unter www.imkerkongress.ch

Wir dürfen gespannt sein!

Foto 1: Schwyz

                       

Badischer Imkertag 2018 (Oliver)

500 Teilnehmer aus Baden Württemberg und auch Kollegen aus der Schweiz wurden vom Verbandspräsidenten am Imkertag begrüsst. Spannende Themen standen auf dem Vortragsprogramm:

Über den Vormarsch der asiatischen Hornisse berichtete Dipl. Biologe Dr. Manfred Verhaag vom Naturkundemuseum Karlsruhe. Im Schweizer Jura wurden bereits erste Völker gesichtet. Ihre Bedrohlichkeit wird deutlich, wenn man sich die unglaubliche Vitalität dieser Tierart vor Augen hält. Die Volksstärke beträgt das 3-fache der einheimischen Hornisse, bis zu 1000 Königinnen werden pro Jahr gebildet (einheimische Hornisse nur bis 300 Königinnen). Die asiatische Hornisse ernährt sich zu 65% von Bienenlarven und wenn sie erst einmal ein gutes Revier gefunden hat, kommt es dort zu einem Vermehrungsschub, der die Bienenvölker gefährdet. Immerhin kann man sie leicht erkennen: Die asiatische Hornisse ist schwarz mit einem gelben Ring am Hinterleib und hat gelbe Beinenden (siehe Fotos 2, 3). Erste Nothilfe: Keine Panik, da starke Völker die Hornisse abwehren können; Flugloch verkleinern auf unter 5.5mm; Nest finden und unter Berücksichtigung aller Vorsichtsregeln entfernen (lassen). Wenn ihr eine asiatische Hornisse seht, fotografiert sie bitte und schickt das Foto an die BGD-Emailadresse (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!). 

Lithiumchlorid in der Varroabekämpfung stand als nächstes auf dem Programm. Eingeladen war Dr. Peter Rosenkranz von der Uni Hohenheim. Seine Forschungsarbeit hat in den letzten Monaten internationales Interesse erzeugt. Drei Stunden nach der Veröffentlichung seines wissenschaftlichen Artikels hatte er schon Anrufe aus den USA bekommen (Weblink zum Artikel: https://www.nature.com/articles/s41598-017-19137-5). Fazit seiner Ausführungen zu diesem Thema: Das Mittel ist wirksam, ABER um es zur Anwendungsreife zu bringen, benötigt es noch Entwicklungsarbeit. So ist der Wirkungsmechanismus noch unbekannt und die Frage nach potentiellem Rückstand im Honig ist noch nicht geklärt. Zur Zeit sucht Peter Rosenkranz nach industriellen Geldgebern, welche die Zulassung finanzieren (ca. 5 Mio CHF). Ausdrücklich riet er von eigenen Experimenten ab und verwies auf die zugelassenen Methoden zur Varroabekämpfung!

Die Bedeutung der Bestäubungsimkerei war das letzte Thema am Nachmittag, vorgestellt von Dipl. Biologe Friedhelm Kemmeter, Vorstand der Bestäubungsimker Deutschland e.V.: Der ökonomische Wert der Bestäubung durch Bienen übertrifft den Wert aller anderen Bienenprodukte (Honig, Propolis, etc.) um das 10-15 fache. Die Bedeutung der Bestäubungsimkerei für die Landwirtschaft wächst kontinuierlich mit der dramatischen Veränderung unserer Umwelt, durch die Lebensräume der natürlichen Bestäuber (Bienen, Hummeln, Falter, usw.) verloren gehen. Spannend fand ich, dass bei der Bestäubungsimkerei neben guter Befruchtung (hohem Ertrag) auch Kundenwünsche wie «Beseitigung von hochallergenem Pollen», «Abräumen des Nektars zur Reduktion von Russtau-Befall» oder «Einsatz von Bienen/Hummeln zum Aufschäuchen von Fliegen» berücksichtigt werden können.

Foto 2: Asiat. Hornisse im Flug mit gut sichtbaren gelben Beinenden
(Pressemitteilung Apisuisse, 10. Mai 2017, © Q. Rome/MNHN)

 

 

Foto 3: Einheimische Hornisse
(Von Accipiter (R. Altenkamp, Berlin) - Eigenes Werk, CC BY 3.0,
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4566385)

 

 

 

 

Ende gut, alles gut

Ein Bienenjahr mit schwierigem Start und reicher Sommerernte

Oliver Egeter (Eg)

erschienen als Artikel in der Neuen Fricktaler Zeitung am 29.03.2018

Zeiningen, 23.03.2018. Der April-Frost 2017 setzte den Bienen zu. Der Sommer bescherte den Imkern dafür eine gute Waldhonig-Ernte. Imker und Landwirte starten eine Zusammenarbeit zum Erhalt und der Förderung von Bienen.

Zur Generalversammlung des Imkervereins Rheinfelden begrüsste Vereinspräsidentin Brigitte Denk zahlreiche Mitglieder und Gäste. In ihrem Rückblick liess sie die herausragenden Ereignisse in 2017 Revue passieren. Der Frost im April vernichtete die meisten Obstblüten und führte zu grossen Ernteausfällen bei Landwirten und Imkern. Ein gutes Sommerklima entschädigte dafür die Imker mit einer ausgezeichneten Ernte an Waldhonig. Honigkontrolleur Rolf Clausen führte Betriebsinspektionen und Honigkontrollen durch und konnte die gute Qualität des verarbeiteten Honigs bestätigen.
Belegstellenleiter Christoph Wüthrich berichtete über ein herausforderndes, aber erfolgreiches Jahr in der Königinnen-Zucht. 210 Bienenköniginnen konnten befruchtet werden. Die Belegstelle auf dem Chriesiberg wird in Bezug auf die Auffuhrzahlen mittlerweile auf dem zweiten Rang geführt.

Steigende Mitgliederzahlen

Die Mitgliederzahlen des Vereins entwickelten sich erfreulich. Brigitte Denk konnte vier Neumitglieder an der Generalversammlung mit einer Rose begrüssen.
Für ihre langjährige Mitgliedschaft wurden Ernst Ischi Stalder (65 Jahre) und Gustav Freiermuth (25 Jahre) geehrt.

Über den Tellerrand blicken zum Wohl der Bienen

Die praktische Weiterbildung und der Erfahrungsaustausch ist zentraler Bestandteil im Vereinsleben. Dafür hatte der Vorstand ein attraktives Programm zusammengestellt mit Standbesuchen, Fortbildungen und einer Exkursion zum Thema bienenfreundliche Pflanzen im öffentlichen Raum und privaten Gärten. In 2017 wurde das kantonale Projekt "Bienenfördernde Landwirtschaft" gestartet. Imker und Landwirte des Kantons Aargau wollen gemeinsam die Honig- und Wildbienen erhalten und fördern. Massnahmen sollen in den nächsten sechs Jahren umgesetzt werden.

Herausforderungen

Abgesehen von der Dauerbelastung durch die Varroamilbe blieben im Bezirk Rheinfelden die Bienen in diesem Jahr von grösseren Krankheitsfällen verschont. Bieneninspektor Heinz Soder mahnte jedoch zur Aufmerksamkeit. Er berichtete von Sauerbrutfällen in benachbarten Sektionen sowie neuen Feinden der europäischen Bienen, dem kleinen Beutekäfer aus Afrika und der asiatischen Hornisse, die vermehrt auch in unsere Breiten einwandern. Um das Risiko für Krankheiten gering zu halten, wird der Verein im Jahresprogramm das Thema "Hygiene und Sauberkeit rund um das Bienenhaus" bearbeiten.

1_Gute Beteiligung an der Generalversammlung des Imkervereins

 

 

Kantonale Delegiertenversammlung 2018

Am Samstag, dem 03.März 2018 fand die kantonale Delegiertenversammlung in Abtwil statt. Der Imkerverein Rheinfelden wurde vertreten durch Brigitte Denk, Ruth Schafroth, Michaela Sacher, Reto Caflisch und Heinz Soder.

Andreas König, der Verbandspräsident, ergriff die Gelegenheit, um Ruth Schafroth für ihren 16 jährigen Einsatz als Präsidentin der Sektion Rheinfelden zu ehren. In ihrer Tätigkeit als Präsidentin hat sie den Verein zu dem gemacht, was er heute ist:

  • ein wachsender Verein, der für seine Mitglieder jedes Jahr ein tolles Weiterbildungsprogramm organisiert.
  • wo es an den Treffen zu einem wertvollen Austausch zwischen Alt-, Neu- und Jungimkern kommt.
  • wo eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit im Vorstand gepflegt wird.

Dafür hat sie der Verein an der GV 2017 zur Ehrenpräsidentin gewählt.

 

 

Bild 1: Freude herrscht bei Ruth und Andreas König 

 

Bild 2: Übergabe des Präsentes an Ruth

 

Bild 3: Rege Beteiligung an der Delegiertenversammlung