August Hock: Klimawandel und die veränderte Planzenwelt

Oliver Egeter

Am 18.08.2021 trafen sich 16 Imkerinnen und Imker auf dem Parkplatz Engerfeld in Rheinfelden zu einer 2-stündigen Exkursion. Geführt von Botanikerin und Imkerin Christine Bühler-Vuille zogen wir los durch den Forst in Richtung Magden.

Schon nach wenigen Metern stoppten wir vor einem mächtigen Blauglockenbaum, einem „Neophyt“ (Übersetzung: Neue Pflanze), der ursprünglich in Ostasien beheimatet ist. Es wurde Frage diskutiert, ob der Baum eigentlich als Neophyt zählt – er wurde ja bereits vor über 150 Jahren in unserer Gegend als Zierbaum eingeführt?!

Und wir fragten uns, wie invasiv diese Pflanze eigentlich ist und die Vielfalt der einheimischen Vegetation gefährdet: Das Ausbreitungspotenzial des Blauglockenbaums ist aufgrund der Effizienz seiner unterschiedlichen Vermehrungsmöglichkeiten (20 Millionen Samen pro Jahr bei einem großen Baum; Wurzelschösslinge mit einem Wachstum ≥ 5 m/Jahr) und des Fehlens von Schädlingen und Krankheiten, enorm.

Viele weitere Neophyten stellte uns Christine auf der Exkursion vor, wie das indische Springkraut, den japanischen Staudenknöterich und die Nachtkerze. Die meisten der Pflanzen wurden schon vor sehr langer Zeit als Zier- oder Nutzpflanzen in Europa eingeführt. Christine verdeutlichte uns, wie sie im Vorteil sind gegenüber einheimischen Arten durch eine unglaubliche Vermehrungsfähigkeit. Der Klimawandel könnte dazu beitragen, dass sich diese Neophyten gegenüber den einheimischen Arten schneller durchsetzen.

Aber auch den Nutzen solcher Neophyten beleuchtete Christine: Das indische Springkraut erzeugt 40x mehr Nektar als einheimische Arten und ist somit eine effektive Bienenweide. Die Wurzeln des japanischen Staudenknöterich können gegen Borreliose helfen und enthalten Antioxidanzien, die Alterungsprozesse unserer Körperzellen aufhalten. Zerquetschte Samen der Nachtkerze helfen gut bei Hausausschlägen.

Ein grosses Dankeschön an Christine für den tollen und informativen Abend!
Ihre lebendige Art zu präsentieren und die anschaulichen Darstellungen haben die Exkursion zu einem Erlebnis werden lassen.