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VDRB-Delegiertenversammlung und Badischer Imkertag 2018

Brigitte Denk, Oliver Egeter

Zwei interessante Imkertreffen fanden am Samstag, dem 21. April 2018 statt. Zum einen war da die 140. VDRB-Delegiertenversammlung in Schwyz, zu der sich Brigitte und Reto auf den Weg machten. In Stockach am Bodensee fand der Badische Imkertag statt, an welchem Oliver teilnahm.

Gerne möchten wir Euch hier über die Höhepunkte der beiden Veranstaltungen informieren.

140. VDRB-Delegiertenversammlung (Brigitte)

Schwyz präsentierte sich bei schönstem Wetter und bereitete den ca. 250 Teilnehmenden einen herzlichen Empfang (Foto 1). Zentralpräsident Matthias Götti Limacher begrüsste nach seinem ersten Jahr der Präsidentschaft 201 stimmberechtigte Ehrenmitglieder und Mitglieder. Dazu viele weitere Gäste aus anderen Imkervereinigungen - und Verbänden sowie aus der Forschung und der Politik.

Er führte souverän durch das Programm und die Traktanden und sämtliche Geschäfte wurden mit grosser Mehrheit, bzw. einstimmig angenommen. Die Rechnung 2017 und das Budget 2018 schliessen jeweils mit einem Minus - der Verband investiert vor allem in die Aus- und Weiterbildung. Bei der Statutenänderung gab es eine Diskussion: ein Imker aus Disentis beantragte, beim neuen Namen: "BienenSchweiz" den Zusatz "AviulsSvizra" anzubringen.

Der grösste Teil der Delegierten votiert jedoch gegen diesen Antrag. Und somit wurde auch die Statutenänderung mit grosser Mehrheit angenommen. Neu wird durch die Statutenänderung auch die Mitgliedschaft im Verband angepasst: der einzelne Imker, die einzelne Imkerin ist Mitglied im Kantonalverband und dieser ist Mitglied im VDRB. Weiterhin wurden die Statuten entschlackt und die interne Organisation wird neu durch Regelmente organisiert.

Bei den Wahlen wurde Silvio Streiff neu in den Zentralvorstand gewählt.

Und der abtretende René Zumsteg wurde für seinen langjährigen Einsatz - unter anderem war er für die apistischen Beobachtungen in der Bienenzeitung zuständig - zum Ehrenmitglied ernannt. Ebenfalls wurde Werner Kämpfer für seine Tätigkeit im Ressort Honig geehrt.

Ausserdem wurden die Daten der nächsten beiden Delegiertenversammlungen bekannt-gegeben:

2019 findet eine eintägige DV am Samstag 6. April in Flawil statt. Und 2020 wird eine zweitägige DV in Grindelwald stattfinden.

Nach verschiedenen Grussworten von Gästen - Anja Ebner vom BGD wies auf vier neue Merkblätter hin - schloss Matthias Götti Limacher die DV um 12.15 Uhr.

Nach einem feinen Mittagessen erfolgte am Nachmittag eine Information zum 90. Kongress deutschsprachiger Imker, der vom 27.-29. September 2018 in Amriswil stattfindet.

An diesem Anlass werden die ersten Absolventinnen des Schweizer Weiterbildungslehrgangs "Imker/-in mit eidgenössischem Fachausweis" diplomiert. Weiterhin hat es eine Fachausstellung und viele hochkarätige Fach-Referentinnen und -Referenten. Detailprogramm und Eintrittskarten bekommt man unter www.imkerkongress.ch

Wir dürfen gespannt sein!

Foto 1: Schwyz

                       

Badischer Imkertag 2018 (Oliver)

500 Teilnehmer aus Baden Württemberg und auch Kollegen aus der Schweiz wurden vom Verbandspräsidenten am Imkertag begrüsst. Spannende Themen standen auf dem Vortragsprogramm:

Über den Vormarsch der asiatischen Hornisse berichtete Dipl. Biologe Dr. Manfred Verhaag vom Naturkundemuseum Karlsruhe. Im Schweizer Jura wurden bereits erste Völker gesichtet. Ihre Bedrohlichkeit wird deutlich, wenn man sich die unglaubliche Vitalität dieser Tierart vor Augen hält. Die Volksstärke beträgt das 3-fache der einheimischen Hornisse, bis zu 1000 Königinnen werden pro Jahr gebildet (einheimische Hornisse nur bis 300 Königinnen). Die asiatische Hornisse ernährt sich zu 65% von Bienenlarven und wenn sie erst einmal ein gutes Revier gefunden hat, kommt es dort zu einem Vermehrungsschub, der die Bienenvölker gefährdet. Immerhin kann man sie leicht erkennen: Die asiatische Hornisse ist schwarz mit einem gelben Ring am Hinterleib und hat gelbe Beinenden (siehe Fotos 2, 3). Erste Nothilfe: Keine Panik, da starke Völker die Hornisse abwehren können; Flugloch verkleinern auf unter 5.5mm; Nest finden und unter Berücksichtigung aller Vorsichtsregeln entfernen (lassen). Wenn ihr eine asiatische Hornisse seht, fotografiert sie bitte und schickt das Foto an die BGD-Emailadresse (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!). 

Lithiumchlorid in der Varroabekämpfung stand als nächstes auf dem Programm. Eingeladen war Dr. Peter Rosenkranz von der Uni Hohenheim. Seine Forschungsarbeit hat in den letzten Monaten internationales Interesse erzeugt. Drei Stunden nach der Veröffentlichung seines wissenschaftlichen Artikels hatte er schon Anrufe aus den USA bekommen (Weblink zum Artikel: https://www.nature.com/articles/s41598-017-19137-5). Fazit seiner Ausführungen zu diesem Thema: Das Mittel ist wirksam, ABER um es zur Anwendungsreife zu bringen, benötigt es noch Entwicklungsarbeit. So ist der Wirkungsmechanismus noch unbekannt und die Frage nach potentiellem Rückstand im Honig ist noch nicht geklärt. Zur Zeit sucht Peter Rosenkranz nach industriellen Geldgebern, welche die Zulassung finanzieren (ca. 5 Mio CHF). Ausdrücklich riet er von eigenen Experimenten ab und verwies auf die zugelassenen Methoden zur Varroabekämpfung!

Die Bedeutung der Bestäubungsimkerei war das letzte Thema am Nachmittag, vorgestellt von Dipl. Biologe Friedhelm Kemmeter, Vorstand der Bestäubungsimker Deutschland e.V.: Der ökonomische Wert der Bestäubung durch Bienen übertrifft den Wert aller anderen Bienenprodukte (Honig, Propolis, etc.) um das 10-15 fache. Die Bedeutung der Bestäubungsimkerei für die Landwirtschaft wächst kontinuierlich mit der dramatischen Veränderung unserer Umwelt, durch die Lebensräume der natürlichen Bestäuber (Bienen, Hummeln, Falter, usw.) verloren gehen. Spannend fand ich, dass bei der Bestäubungsimkerei neben guter Befruchtung (hohem Ertrag) auch Kundenwünsche wie «Beseitigung von hochallergenem Pollen», «Abräumen des Nektars zur Reduktion von Russtau-Befall» oder «Einsatz von Bienen/Hummeln zum Aufschäuchen von Fliegen» berücksichtigt werden können.

Foto 2: Asiat. Hornisse im Flug mit gut sichtbaren gelben Beinenden
(Pressemitteilung Apisuisse, 10. Mai 2017, © Q. Rome/MNHN)

 

 

Foto 3: Einheimische Hornisse
(Von Accipiter (R. Altenkamp, Berlin) - Eigenes Werk, CC BY 3.0,
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4566385)