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Gibt es die ideale Honigglasetikette?

Robert Sieber, Münchenstein. Immer wieder treffen auf der Geschäftsstelle Beanstandungen der vom VDRB angebotenen Honigglasetiketten ein. Die SBZ hat Fritz Imhof, Präsident des Aargauer Kantonalverbandes und beruflich ein ausgewiesener Papierexperte, ein paar Fragen gestellt und ihn gebeten, Empfehlungen abzugeben.


Honigglasetikette1SBZ: Fritz, zuerst zum Papier, welches für die Etiketten verwendet wird. Was ist das Problem, wann und warum wellt es?

Fritz Imhof: Jedes Papier dehnt sich bei hoher Luftfeuchtigkeit aus und schrumpft bei tiefer Luftfeuchtigkeit. Das gilt somit auch für unsere Honigetiketten, das können wir nicht ändern. Im Winter ist die Luft meistens trocken und im Sommer feucht. In vielen Kellern, wo manche Imker ihren Honig lagern, ist die Luftfeuchtigkeit in der Regel hoch. Die Veränderung der Ausdehnung ist nicht in allen Richtungen gleich: In der Faserlaufrichtung dehnt oder schrumpft das Papier viel weniger als quer dazu. Es ist deshalb von Vorteil, wenn die Papierfaser parallel zur längeren Seite der Etikette verläuft, damit diese beim Lagern des etikettierten Glases möglichst wenig wellt.

Einige Anwender scheinen Mühe mit der Bedruckung der Etiketten zu haben, andere hingegen nicht. Wo liegt das Problem?

Die meisten Imker lassen ihre Honigetiketten vor dem Aufkleben durch einen Laser- oder Inkjet-Drucker laufen, um ihre persönlichen Daten wie Adresse, Losnummer und Mindesthaltbarkeitsdatum aufzudrucken. Bei all diesen Druckern und Kopiergeräten empfehlen die Hersteller, das Papier sollte Laser und Inkjet geeignet sein und eine niedrige Feuchtigkeit aufweisen. Die Papierhersteller liefern diese Laser- und Inkjet-Papiere denn auch mit niedriger Feuchtigkeit, in der Regel mit 30–35 % relativer Feuchtigkeit. Probleme können nun entstehen, wenn das Papier vor dem Bedrucken an einer Stelle mit hoher Luftfeuchtigkeit gelagert worden ist und so Feuchtigkeit aufgenommen hat. Es kann dann passieren, dass der Toner zu wenig gut haftet oder die Tinte zu schlecht trocknet. Grosse Unterschiede bestehen auch zwischen den verschiedenen Druckgeräten. Deshalb wird empfohlen, solche Papiere und Etiketten an Orten mit niedrigerer Luftfeuchtigkeit zu lagern und einen geeigneten Drucker zu verwenden. Der VDRB bietet zwei Typen von Etiketten an: gummierte, so genannte Nassklebeetiketten, und Selbstklebeetiketten.


Honigglasetikette2

Die neue VDRBHonigetikette im modernen Design kann mit den persönlichen Angaben selbst bedruckt werden.

 

Honigglasetikette3Welches sind die Vor- und Nachteile der beiden Typen?

Wenn persönliche Daten aufgedruckt werden sollen, verwendet man meistens Bogen im Format A4. Die Selbstklebeetiketten sind vorgestanzt und können bequem ohne Weiteres aufs Glas geklebt werden, lassen sich aber von den zurückgenommenen Gläsern unter Umständen nur mühsam wieder entfernen. Das Problem liegt hier beim Klebstoff, falls die Etikette wieder entfernt werden soll. Leider gibt es den für uns idealen Klebstoff nicht. Egal, mit welchem Klebstoff die Etiketten versehen sind, sei es ein ablösbarer, ein permanenter oder ein wasserablösbarer Klebstoff: Nach einem Waschgang im Geschirrspüler lassen sich alle Sorten von Selbstklebeetiketten nur mehr oder weniger schlecht und zeitraubend vom Glas ablösen. Dabei können auch verschieden hohe Wasser- und Trocknungstemperaturen während des Waschvorgangs einen Einfluss darauf haben, wie stark die Etikette noch auf dem Glas haftet. Dies ist für uns Imker unbefriedigend. Ich empfehle deshalb, Selbstklebeetiketten mit einem ablösbaren Klebstoff einzusetzen, so, wie es bei den neuen VDRB-Selbstklebeetiketten der Fall ist. Solche Etiketten lassen sich vor dem Waschgang im Geschirrspüler leicht vom Glas abziehen. Ideal wäre es, wenn unsere Kunden uns diesen Dienst erweisen würden; bitten wir sie doch darum. Die ersten neuen VDRBSelbstklebeetiketten waren mit einem wasserablösbaren Klebstoff ausgestattet. Solche Etiketten lösen sich im Wasser sehr gut vom Glas. Sie sind jedoch nach einem Gang im Geschirrspüler fast nicht mehr zu entfernen, im Gegensatz zum ablösbaren Klebstoff – dort ist es «nur» mühsam. Die gummierten Etiketten müssen noch in einzelne Etiketten zugeschnitten werden. Dazu braucht es ein Schneidegerät oder ein scharfes Messer, denn mit einer Schere kann dies kaum ordentlich gemacht werden. Zudem müssen die Etiketten unmittelbar vor dem Aufkleben auf der Rückseite mit Wasser befeuchtet werden. All dies ist ein Mehraufwand gegenüber den Selbstklebeetiketten, hat aber den Vorteil, dass man solche Etiketten später sehr gut vom Glas entfernen kann.

Honigglasetikette4Ein ganz besonderes Problem ist das Goldsiegel. Dieses kriegt man weder vor noch nach dem Waschgang vom Glas. Was ist die Empfehlung des Fachmannes?

Für das Goldsiegel wird Selbstklebepapier mit permanentem Klebstoff eingesetzt. Mit ablösbarem Klebstoff könnte das Siegel zu einfach vom vollen Honigglas im Verkaufsladen abgezogen werden. Damit wäre der Erstöffnungsschutz nicht mehr gewährleistet. Das Goldsiegel berührt das Glas aber nur auf einer kleinen Fläche zwischen dem Deckel – welcher ja nur einmal verwendet wird – und der Etikette. Um diesen Teil abzulösen, wird das Honigglas in heisses Wasser eingelegt und der Rest des Goldsiegels mit einem scharfen Messer, welches auch zur Reinigung einer Glaskeramikplatte verwendet wird und einem Küchen Kratzschwamm, entfernt.

Was soll nun also dem Imker empfohlen werden?

Jeder Imker muss selbst entscheiden, welchen Honigetikettentyp er verwenden will: Nassklebeetiketten mit erhöhtem Aufwand vor dem Etikettieren oder Selbstklebeetiketten mit grösserem Aufwand nach der Rücknahme der leeren Honiggläser. Wichtig ist – vor allem während der Sommermonate mit hoher Luftfeuchtigkeit – alle Etiketten vor dem Bedrucken in einem trockenen Raum mit niedriger Luftfeuchtigkeit zu lagern. Ist dies nicht möglich, dann sollen die Etiketten sofort nach Erhalt als ganzes Paket in einem Plastiksack, in Haushalt- oder Schrumpffolie vor Feuchtigkeit geschützt werden. Wenn die Etiketten bedruckt sind, gilt eine andere Taktik: Die Feuchtigkeit des Papiers soll sich vor dem Aufkleben der Etiketten der Luftfeuchtigkeit im Lagerraum für die abgefüllten Honiggläser anpassen können. Dazu kann der Imker seine bedruckten Etiketten einen Tag lang in diesem Raum offen auslegen. Während dieser Zeit nimmt das Papier Feuchtigkeit auf und es dehnt sich aus. Wenn erst danach die Etiketten auf die Gläser geklebt werden, dehnen sie sich kaum mehr aus und sie bleiben glatt. Die Gläser selbst können etwas feucht werden, sei es durch Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsschwankungen wie bei schwitzenden Wasserleitungen oder sei es durch feuchte Imkerhände. Dann jedoch könnte es vorkommen – vor allem bei den Selbstklebeetiketten mit ablösbarem Klebstoff –, dass die Etikette zu wenig stark haftet. Sie könnte sich an den beiden Enden leicht vom Glas ablösen. Es gibt hier viele kleine Details, die zu beachten sind und die über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Eine ideale Lösung gibt es leider nicht, doch hoffe ich trotzdem, dass jeder für sich eine optimale Lösung findet.




 

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